Das
Johanniskraut, im Volksmund auch bekannt unter den Namen Blutkraut,
Hartheu, Sonnwendkraut und Herrgottsblut (engl. Saint John's wort),
wird aufgrund seiner wachsenden medizinischen Bedeutung zunehmend
in Europa kultiviert. Daneben werden auch Wildsammlungen durchgeführt,
um den großen Bedarf an dieser Arzneipflanze zu decken.
Dieser
Favorit unter den Heilpflanzen wurde schon von Paracelsus als Wundmittel
gewürdigt und außerdem "gegen die dollen Phantaseien" gepriesen.
Auch der Dichterarzt Justinus Kerner (1786-1862), der im schwäbischen
Weinsberg als Oberamtsarzt psychisch Kranke betreute, verwendete sogar
schon das Johanniskraut. In seinem Buch "Seherin von Prevorst" hat
Kerner die "Heilung der Frau Gräfin von Maldegehm durch die Seherin"
mit Hilfe von "Johannisthee" beschrieben.
Die
Blüten, Blätter und die blühenden Triebspitzen des
voll erblühten Krautes werden im Juni (der 24. Juni ist der Johannistag)
bis August gesammelt, wobei die Pflanze 30-100 cm hoch werden kann.
Johanniskraut
hat einen besonderen Bezug zur Sonne und zum Licht. Die goldgelben
Blätter enthalten Exkretbehälter gefüllt mit den roten
Hypericinen, welche den Blüten ein punktiertes, durchlöchertes
(perforatum!) Aussehen verleihen und beim Zerreiben von Blättern
und Blüten sichtbar werden.
Hypericine
fördern als photodynamische Substanzen die Aufnahme von Lichtenergie
(photosensibilisierende Wirkung). Dieser "erhellende" Effekt von Johanniskraut-Zubereitungen
wird bei nervösen Erschöpfungszuständen eingesetzt
und führt zur Stabilität und erhöhten Widerstandskraft
des Nervensystems. Johanniskraut wird traditionell bei nervöser
Unruhe und leichter Gereiztheit angewendet.
Neben
dem Hypericin sind weitere Stoffe an der Entfaltung der Wirksamkeit
beteiligt, die in modernen Phytotherapeutika in möglichst hohen
Konzentrationen mit gleichbleibender Qualität angeboten werden.
Diese
Anforderungen werden von unseren flüssigen Zubereitungen und
Trockenextrakten voll erfüllt. Weiterverarbeitet werden ausschließlich
qualitätskontrollierte Ausgangsmaterialien, die während
der Herstellungsprozesse mit Hilfe eines spezifischen Analysenverfahrens
(HPLC-Analyse) auf einen gleichbleibend hohen Wirkstoffgehalt eingestellt
werden.
Sonnenenergie
für Körper und Seele
Wird
das Nervensystem längere Zeit überfordert, können Funktionsstörungen
eintreten, die sich bis zu Kopf- und Magenschmerzen, Schlaf- oder
Verdauungsstörungen ausweiten können. Diese werden als "psychovegetative
Erschöpfung" umschrieben.
Sei
es beruflicher oder familiärer Ärger, Überarbeitung,
Aufregung, überstandene Krankheiten, Störungen der inneren
Uhr (zum Beispiel Schichtdienst) alles zehrt an unseren Nerven!
Und ebenso nehmen dringende Entscheidungen, partnerschaftliche Probleme,
Prüfungsängste und Sorgen die innere Ruhe.
Johanniskraut
hingegen besitzt die wunderbare Eigenschaft, Lichtenergie für
uns nutzbar zu machen eine Eigenschaft, die in der Volksmedizin
als "aufhellend" für das Gemüt beschrieben wird.
Der
Fachmann nennt diese Wirkungsweise "Verbesserung der Lichtutilisation"
und meint damit: Johanniskraut bringt uns über die optimale Ausnutzung
der Lichtenergie wieder in Schwung. Ein Effekt wie ein innerer Frühling:
Hindernisse sind nicht weg, und Sorgen nicht anders, aber sie stürzen
uns nicht mehr in Trübsal und Angst. Wir können wieder positiv
mit ihnen umgehen.
Es besteht
heute kein Zweifel mehr darüber, daß die Gemütslage
(Stimmung) und das Immunsystem eng zusammengehören, also eines
das andere beeinflußt und zusammen über Gesundheit und
Krankheit oder Leiden entscheiden.
Johanniskrautdragées
enthalten einen 6 bis 7fach konzentrierten Auszug aus dem Johanniskraut.
Da die Wirkung der Johanniskrautdragées sanft und über
die körpereigenen Kräfte einsetzt, machen sie nicht müde
und führen nicht zu einer abhängigmachenden Euphorie (rauschartiges
Hochgefühl). Doch sollten Sie Johanniskrautdragées über
mindestens vier Wochen einnehmen, um die Entfaltung der ganzen Wirkung
zu erleben.
Zusammensetzung:
1 Dragée enthält: Extractum Hypericum sicc. entspricht
100 µg Hypericin.
Darreichungsformen
und Packungsgrößen: Originalpackung mit 60 Dragées.
Stoff
oder Indikationsgruppen oder die Wirkungsweise: Pflanzliches Nervinum,
stimmungsaufhellend.
Eigenschaften
und Anwendungsgebiete: Traditionell angewendet zur Stärkung
und Kräftigung bei nervlicher Überreizung, zur Entspannung
und zum inneren Ausgleich, vorbeugend bei psychovegetativen Beschwerden
wie Erschöpfung, Lustlosigkeit, nervöser Unruhe.
Vorsichtsmaßnahmen
für die Anwendung: Während der Anwendung intensive Sonnenbestrahlung
(Hochgebirge, Äquatorsonne) vermeiden
Dosierung
und Anwendungsweise: Soweit nicht anders verordnet, täglich
1x1 Dragée mit etwas Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen:
Bei sehr empfindlichen, hellhäutigen Personen kann eine erhöhte
Lichtempfindlichkeit auftreten. Wenn Sie an sich Nebenwirkungen beobachten,
die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, informieren
Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Besondere
Hinweise: Johanniskrautdragées Nutrisana sind zuckerfrei,
daher für Diabetiker geeignet.
Johanniskraut
- Wirksame Alternative zu klassischen Antidepressiva?
In ca.
25 kontrollierten, klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Johanniskraut-Präparaten
(alkoholische Extrakte der alten Heilpflanze Hypericum perforatum)
zur Linderung leichter bis mittelschwerer Depressionen belegt. Die
Messungen gegen Plazebo ergaben bei einer Mindestdosis von 300 mg
Extrakt/d (empfohlen werden bis 900 mg/d, standardisiert auf 0,3%
der Leitsubstanz Gesamthypericin) einen sign. Wirkungseintritt nach
2 Wochen, der sich bis zur vierten Woche steigerte.
Bei
mit synthetischen Antidepressiva vergleichbaren Effekten ergab sich
ein wesentlich günstigeres Nebenwirkungsprofil ohne Beeinträchtigung
der Arbeits- bzw. Fahrtüchtigkeit. 2,5% der Patienten (n= 3250)
zeigten vorwiegend leichte, unspezifische oder allergische Reaktionen.
Eine
als Hypericismus (von den Hypericin-Naphtodianthronen) bezeichnete
Photosensibilisierung wurde an Weidetieren beobachtet, ist bei sehr
hoher Dosierung aber auch für (hellhäutige) Menschen möglich.
Sie führt andererseits zu einer besseren Lichtausnutzung, was
den Serotonin-Melatonin-Stoffwechsel beeinflußt.
Das
chemische Wirkprinzip ist noch nicht endgültig geklärt.
Verantwortlich könnte die sign. Hemmung der Monoamino-Oxidase
A durch den Gesamtextrakt (nach neuerer Erkenntnis v.a. durch die
Flavonoide Quercitin, Luteolin und Kämpferol) sein.
Schmidt
U., Maisenbacher J., Harrer G., Kuhn U.:
Antidepressive Therapie mit Johanniskraut.
Therapiewoche (2), 106-112, 1995
Anon.:
Alte
Heilpflanze mit neuem Profil.
Therapiewoche 44(35), 2062-2064, 1994
Sattler
S., Schütt H.:
Johanniskraut. Ein Rezept der Natur gegen Depressionen.
Therapeutikon 8(5), 218-223, 1994